Gottesdienst im Pfingstlager
"The spirit is the power"
Von Kaplan Michael Fey, Oberhausen
Ihr findet in dieser Sammlung keine fertigen Gottesdienste. Ein
Gottesdienst muß, wenn er ehrlich sein und aus dem Herzen kommen soll, das, was die
Gruppe gerade erlebt hat, mit einschließen. Dazu reicht es nicht aus, Fürbitten und
Lieder auszusuchen. Vielleicht geht Ihr eher von der Frage aus: Wo stehen wir, in unserem
Pfingstlager, was bedrückt oder freut uns gerade, und wo sehen wir Verbindungslinien nach
Namibia. Unsere Materialsammlung kann Euch dann bei der Gestaltung der einzelnen Elemente
unterstützen.
In vielen Pfingstlägern wird keine Hl. Messe gefeiert werden können.
Ich möchte Euch ermuntern, andere Formen von Gottesdiensten auszuprobieren. Vielleicht
zeigen Euch die unten genannten Beispiele, daß ein Gottesdienst nicht nur aus hören,
sprechen und singen bestehen muß. Traut Euch, Neues zu probieren, und besinnt Euch auf
Eure eigene "Power" und Eure "Spirit"ualtät. Die nachfolgenden
Elemente können in einen Wortgottesdienst, ein Morgen- bzw. Abendgebet oder eine
Meßfeier eingebunden werden:
Eine-Welt-Problematik
Anders Sein - Außenseiter sein
Brot backen
Brot und Salz
Liturgischer Tanz
The spirit is the power
Afrikanische Musikinstrumente
Vater unser
Bibel teilen
Bibeltexte zum Thema "Fremde"
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Die Gruppe wird, prozentual zur Weltbevölkerung, in reich und arm
eingeteilt und bekommt, entsprechend der Ist-Situation unserer Welt, wo 10 Prozent der
Menschen 90 Prozent der Güter besitzen, "Reichtum" , z.B. in Form von
Lebensmitteln, zugeteilt. Wenn beispielsweise 10 Jugendliche beteiligt sind und 10 Äpfel
zur Verfügung stehen, bekommen 9 Jugendliche einen Apfel, den sie sich teilen müssen,
während der eine Jugendliche 9 Äpfel bekommt, die er gar nicht in seinen Händen halten,
geschweige denn essen kann. Auf solche oder ähnliche Art wird die ungerechte Verteilung
von Nahrung, Besitz und Weltbevölkerung handgreiflich und erfahrbar.
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In Form eines Rollenspieles wird eine Konfliktsituation gespielt und
nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Ein Beispiel: Fremder, z.B. Berber, kommt in den
Gottesdienst (oder ins Jugendheim). Wie reagieren Erwachsene, wie Jugendliche? Welche Wege
zueinander gibt es?
Nach einem (afrikanischen) Rezept wird Brot für die Messe oder die
Agapefeier gebacken. Eventuell Geschichte vom Bäcker in Paris erzählen oder spielen:
In einem Pariser Vorort lebt ein Bäcker. Immer,
wenn jemand zu ihm kommt und aufgeregt, verärgert, traurig oder sorgenvoll aussieht, gibt
er ihm ein Stück Brot. "Iß das Brot, das beruhigt" oder "Iß ein Stück
Brot mit mir, wir trauern zusammen um Deinen Vater" oder "Bevor ihr aufeinander
einschlagt: Eßt erst einmal ein Stück Brot mit mir. Brot versöhnt!" sagt der
Bäcker, und wie durch ein Wunder verändern sich die Menschen. Der Ärger, die Trauer,
die Wut, die Freude, die Hast - alles wandelt sich, weil es nun geteilt wird - wie das
Brot.
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Diese bei den Nomaden verbreitete Begrüßungsform könnte den Kern
für einen Morgenimpuls bilden: Der Leiter begrüßt jedeN einzelneN mit einem Stück Brot
und einer Prise Salz und lädt dazu ein, dieses Brot als Zeichen des Friedens miteinander
zu essen: Du bist mir willkommen, und ich teile das, was zum Leben notwendig ist, mit dir.
Wir möchten Euch Mut machen, Tanz und Bewegung zu Gebet und Musik
einfach auszuprobieren. Einfache Schritte (Nach vorne, nach hinten, nach links und nach
rechts) werden in der christlichen Deutung zum Kreuz, eine Drehung zum Symbol für die
Welt usw.
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Diskussion ohne Worte. Auf einer oder mehreren Tapentenrollen wird mit
Farbe und Pinsel diskutiert über die Frage, was uns die Kraft und Energie in unserem
Leben und in unserer Jugendarbeit gibt. Die Gruppen sollten nicht größer als 7-8 Leute
sein, damit jeder auf die bzw. den anderen eingehen kann.
Afrikanische Musikinstrumente selber
bauen und damit die Lieder im Gottesdienst begleiten.
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Vielleicht kann dieses Vater Unser, geschrieben von einer 20-jährigen
Namibierin, zu einem eigenen Gebet anleiten:
Üse Vater, vo allne Mönsche, de Schwarze, de
Bruune, de Wisse, de Farbige.
Üse Vater im Himmel, ond ned z'Pretoria, Washington, London oder Bonn.
Gheiliget sig Din Name ond ned dä vom Botha, weder vom Reagen no vor
Thatcher ond au ned die dütsche Näme.
Dis Rych soll cho uf Namibia ond ned der Südafrika-Kolonialismus, sini
Armuet, Unmönschlichkeit, der Usnahmezuestand.
Din Wille södll gscheh, z'Namibia wie er au esch im Himmel
aber ned so wie ne di Südafrikanische Verteidigungschräft wänd.
Ond die südafrikanisch Polizei au ned der Wille vor Koevoet
(Spezieltruppe) weder de vom südafrikanische Rächt und vor Ornig no de vor Apartheid.
Gib eus üsers tägliche Brot und Mais la eus ned lo hungere wies
der Botha ond sini Öbergangsregierig tüend Vergib eus üseri Schuld wie au mer vergänd
em Botha sinere Regierig won eus tödet.
Ond füer eus ned in Versuechig, Verröter ond Marionette z'wärde
sondern la eus di böse Absechte vo de Weschtmächt ond Südafrika dorschaue denn Dir esch
Dis Rych, ond Kraft ond Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
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Eine afrikanische Methode der Bibelarbeit: Jede/jeder muß den
Bibeltext als Kopie haben. Das Bibel-Teilen ist in sich schon ein eigener Gottesdienst.
Wir laden Jesus ein: In einem kurzen Gebet wird Jesus eingeladen, in
unserem Kreis dabeizusein.
Eine/einer liest den Text laut vor.
Ankündigen: 3 Minuten Stille.
Jede/jeder nennt einen Satz oder ein Wort aus dem Text, der sie/ihn
besonders bewegt hat.
Bei den Afrikanern folgt nun eine allgemeine Aussprache, z.B. eine
Leiterrunde. Es kann sich aber auch ein Gespräch über den Text anschließen.
Fürbitten
Abschlußgebet (Vater unser)
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An vielen Stellen ist in der Bibel davon die Rede, wie wir mit Fremden
umgehen sollen. Einige davon haben wir ausgewählt.
Da ist die Geschichte von Abraham, der Besuch von
drei Fremden bekommt. Er läßt sie nicht vorbeiziehen, sondern lädt sie in sein Zelt ein
und bereitet für die Fremden ein festliches Essen. (Gen 18,1-33)
Das, wie man sich Fremden gegenüber verhalten sollte, wurde später in
eine Regel gefaßt. Im Buch Exodus heißt es:
Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder
ausbeuten, denn ihr seid selbst in Ägypten Fremde gewesen. (Ex 23,9)
Im Buch Deutoronomium steht:
Gott liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und
Kleidung - auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen.
(Dt 10,18f)
Auch im Neuen Testament, im Matthäus-Evangelium, ist von Fremden die
Rede, wenn Jesus sagt:
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen
gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und
obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen. (Mt 25,35)
In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie sich die Botschaft Jesu,
die sich ursprünglich an die Menschen in Israel gerichtet hatte, an Menschen in allen
Ländern und Sprachen wandte.
Sind das nicht alles Galliläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter,
Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und von der Provinz Asien
... wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. (Apg 2,7-11)
Im Epheserbrief wird nicht mehr unterschieden zwischen Fremden und
Einheimischen, weil alle zu Gott gehören:
Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne
Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. (Eph 2,19)
Im ersten Petrusbrief werden wir Christen selbst als Fremde bezeichnet.
Petrus beginnt seinen Brief mit dem Satz:
Petrus, Apostel Jesu Christi, an die
Auserwählten, die als Fremde in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und
Bithynien in der Zerstreuung leben. (1Petr 1,1)
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