| Einige Informationen zur Republik Namibia Namibia, das frühere
"Südwestafrika", ist eine Republik im südwestlichen Afrika. Namibia grenzt im
Norden an Angola und Sambia, im Osten an Botswana und Südafrika, im Süden an Südafrika
und im Westen an den Atlantischen Ozean. Das Land umfaßt eine Fläche von
824 292 Quadratkilometern und ist damit mehr als doppelt so groß wie die
Bundesrepublik Deutschland.
Namibia gliedert sich in drei Großräume: in einen niedrig gelegenen
Küstenstreifen mit der Wüste Namib im Westen, in ein zentrales Hochland und im Osten in
die abflußlose Beckenlandschaft der Wüste Kalahari. Die Wüste Namib erstreckt sich
entlang der ganzen atlantischen Küste und ist zwischen 100 und 160 Kilometer breit.
Im Osten steigt an der großen Randstufe abrupt das zentrale Hochland auf. Das Plateau
liegt im Durchschnitt 1 100 Meter hoch, erreicht aber in einigen Bergregionen
eine Höhe von über 1 800 Metern. An der östlichen Grenze liegt die Wüste
Kalahari, eine Hochlandregion mit ausgedehnten Sandgebieten.
An der Küste beträgt die Temperatur im Jahresdurchschnitt 16,7 °C,
im Landesinneren 21,1 °C. Die Wüsten Namib und Kalahari haben eine karge
Vegetation. Im zentralen Hochland findet sich eine Waldland-Savanne. Richtige Wälder gibt
es nur im Nordosten. Elefanten, Nashörner, Löwen, Giraffen, Zebras und Kuhantilopen
haben in Namibia ihren Lebensraum gefunden. Das Land verfügt über viele mineralische
Bodenschätze wie Diamanten, Uran, Kupfer, Zink und Blei.
Nach einer Volkszählung von 1990 hatte Namibia 1,9 Millionen
Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von etwa zwei Einwohnern pro Quadratkilometer.
Hauptstadt und mit ca. 115 000 Einwohnern größte Stadt des Landes ist Windhoek.
Etwa 86 Prozent der Bevölkerung Namibias sind Schwarzafrikaner, etwa
6,5 Prozent Weiße und etwa 7,5 Prozent Mischlinge (Farbige). Die größte
Gruppe der Schwarzafrikaner sind die Ovambo, ein Agrarvolk, das vor allem im Norden lebt
und 49 Prozent der schwarzafrikanischen Bevölkerung ausmacht. Die Ovambo sprechen
eine Bantusprache. Andere farbige Bevölkerungsgruppen sind die Damara, die Herero, die
Dama, die Khoikhoin und die San. Amtssprachen sind Englisch, Afrikaans und Deutsch. Jede
afrikanische ethnische Gruppe spricht ihre eigene Sprache. Die Weißen und eine Mehrheit
der schwarzen Bevölkerung sind Christen; der Rest gehört überwiegend traditionellen
Religionen an.
Von 1884 an
war das frühere "Deutsch-Südwestafrika" drei Jahrzehnte lang von den Deutschen
besetzt. Nach der blutigen Niederschlagung der einst dominanten Herero im Jahre 1904 durch
die Deutschen folgte die Eroberung durch Südafrika im Jahre 1915. In den 60er Jahren
wurde dann in Namibia die Apartheid, d. h. die Rassentrennung und Unterdrückung der
schwarzen Mehrheit, durch die südafrikanische Besatzungsmacht eingeführt.
Im November 1989 fanden von der UN überwachte freie Wahlen zur verfassungsgebenden
Versammlung statt, die aus 72 Mitgliedern bestand. Die SWAPO, eine
schwarzafrikanische nationalistische Bewegung, errang dabei die Mehrheit. Nachdem die
Versammlung die neue Verfassung verabschiedet und Sam Nujoma zum ersten Präsidenten
gewählt hatte, wurde Namibia am 21. März 1990 unabhängig. |